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Rostock wartet auf Netz: 5G-Ausbau nimmt nur langsam Form an 

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Die neue Technologie um 5G soll in Deutschland bis zum Jahr 2025 abgeschlossen sein. Doch so zäh sich die Verhandlungen über die Lizenzvergabe gestalteten, so mühsam scheint auch die Umsetzung innerhalb der einzelnen Bundesländer zu werden. In Mecklenburg-Vorpommern gehen nun die ersten Regionen mit dem schnellen Netz online.

Denkt man an die Installation neuer Technologien und Fortschritte, sind Großstädte in den meisten Fällen die Orte, an denen Bürger von den Neuerungen profitieren. Im Falle des 5G-Netzausbaus laufen die Dinge etwas anders: 2019 durfte sich die Ferieninsel Usedom als erste Region in Mecklenburg-Vorpommern freuen, von den Vorteilen der neuen Datenautobahn Gebrauch zu machen. Beispielsweise bietet das Hotel „Wasserschloss Mellenthin“ die Bereicherung seinen Gästen seit der letzten Saison an.

Seither haben die Deutsche Telekom, Drillisch, Vodafone und Telefónica mit dem Ausbau zwar Fortschritte erzielt, doch ein Großteil der Bevölkerung muss sich noch in Geduld üben. Während die Schweiz, der asiatische Raum und Spanien deutlich aktiver an der Ausgestaltung arbeiten, lässt sich Deutschland etwas Zeit. Bis auf die Ballungszentren in München, Berlin, Köln, Bonn und Darmstadt warten noch einige Großstädte auf die neue Technologie.

Breitbandausbau trifft auf unerwartete Hürden

In Rostock und Umgebung bleiben die großen Versprechungen aktuell reines Wunschdenken. Die mecklenburgischen Landkreise und Städte sehen sich derzeit mehreren Flickenteppichen gegenüber als einem stabilen Funknetz. Im Februar 2020 verzeichnete man an mehr als 3000 Adressen die Möglichkeit, schnelles Internet nutzen zu können. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern ist diese Zahl jedoch verschwindend gering: 1,63 Millionen sollen am Ende in Summe bedient werden.

Je weiter 5G und neue Technologie-Trends vorangetrieben werden, umso größer werden auch die Stimmen, die sich aus gesundheitlichen Aspekten gegen die technischen Erneuerungen aussprechen. Petitionen für ein 5G-freies Rostock machen die Runde und versuchen, auf Stimmenfang zu gehen. Eine erfolgreiche Strategie ist dies jedoch nicht. Eine laufende Aktion der Bürgerinitiative Rostock, die seit Ende April im Internet kursiert, hat bisher 2 % der Unterstützung auftreiben können. Von den 102 Stimmen kamen zudem nur 32 aus Rostock selbst. Die Bahn ist frei für schnelles Internet. 

Versprechungen machen Hoffnung

Allgemein lässt sich die Erweiterung des bisher beliebten 4G-Netzes so zusammenfassen: Es ist schneller, zeitsparender und liefert für Bild- und Tonübertragungen deutlich höhere Qualität. Nicht nur Film- und Musikliebhaber profitieren hinsichtlich des Streamings davon. Für Unternehmen und Firmen wird der nächste Schritt der Digitalisierung den Fortschritt der Arbeitswelt 4.0 bedeuten. Interaktionen zwischen Menschen und Maschine sollten flüssiger und reibungsloser ablaufen. Telefonkonferenzen und Schnittstellen zu Servern beleben das Konzept des Home-Offices und schnellerer Datenaustausch garantiert kürzere Ladezeiten. 

Aus Sicht der Wirtschaft ist das Vorankommen des 5G-Netzausbaus ein wünschenswertes To-do auf der Agenda. Diese Tatsache könnte dazu führen, dass sich die Regierung und die entsprechenden Mobilfunkanbieter in dem gesetzten Ziel des Projektes einig sind: 2025 soll Deutschland mit 5G flächendeckend ausgestattet sein. Bleibt zu hoffen, dass sich dieser Wunsch erfüllt. Zumindest kann Usedom nun mit einem zusätzlichen Vorteil die Touristen auf die Insel locken und hat einen weiteren Unique Selling Point für die beliebte Urlaubsregion geschaffen.  


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