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01.02.2017 - 17:06 | Nordwest | Stadtpolitik > Volksvertretung  > Fünf Beiräte gegen Verlegung

Tradi soll in Schmarl bleiben

Die Vorsitzenden der Ortsbeiräte von Lütten Klein, Groß Klein, Schmarl, Evershagen und Lichtenhagen befürworten in einer Erklärung ein Maritimes Zentrum im Stadthafen. Sie sind allerdings weiterhin strikt gegen die Verlegung des Traditionsschiffes in den Stadthafen. Die Erklärung haben sie an Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Die Linke) geschickt, damit der sie an die Fraktionen weiterleitet.

Die Ortsbeiratsvorsitzendes des Nordwestens, Gabriele Bolz (CDU), Uwe Michaelis (SPD), Dietmar Droese (Die Linke), Niels Schönwälder (SPD) und Ralph Mucha (SPD), stimmen mit dem im Dezember im Städtischen Anzeiger abgegebenen Standpunkt des Ortsbeirates von Stadtmitte überein. Beiratsvorsitzender Werner Simowitsch (Die Linke) hatte in dem Beitrag erklärt: „Maritimes Zentrum – ja! Traditionsschiff im Stadthafen – nein!“ Das elfköpfige Bürgergremium von Stadtmitte hatte als seine Intention „eine Maritime Meile vom Stadthafen bis nach Schmarl“ beschworen.

Die Ortsbeiräte des Rostocker Nordwestens teilen auch die Auffassung vom Verein der Kapitäne und Schiffsoffiziere. Als Mitglied des Maritimen Rates  unterstützt dieser Verein sowohl die geplante Maritime Meile im Stadthafen als auch das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum in Schmarl. Dabei vertritt er den Standpunkt, dass das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum in seiner Gesamtheit am jetzigen Standort erhalten bleibt. Hier besitzt es auch nach 46 Jahren Potenzial zur Modernisierung und Erweiterung. Die wiederholt behauptete schlechte Erreichbarkeit hält der Verein für haltlos. Das würden die Besucherzahlen des Museums ebenso beweisen wie die Zahlen der Besucher von Veranstaltungen im IGA-Park und der HanseMesse.

In der Erklärung, die die fünf Beiräte des Nordwestens an Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Die Linke) gesandt haben, verteidigen sie den Standort Schmarl für das Traditionsschiff und für maritime, museale Objekte: „An diesem Standort pulsiert das maritime Leben. Die ein- und auslaufenden Fähren im Seehafen, die Frachtschiffe zum Fischereihafen und die zahlreichen Segler sind ein unmittelbares Erlebnis, nicht nur für ‚Landratten‘, sondern auch für die Rostocker.“ Die Entwicklung einer Maritimen Meile im Stadthafen dürfe nicht zu Lasten des in Schmarl konzentrierten maritimen Erbes, mit dem Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum als Hauptattraktion, erfolgen. „Rostock hat das Potenzial, eine moderne, attraktive Gestaltung des Stadthafens zu schaffen, ohne auf das geschlossene Ensemble oder einzelne Objekte im IGA-Park zugreifen zu müssen“, betonen die nordwestlichen Beiräte.

Wie schon der Förderkreis für das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum in der Hansestadt Rostock in einen Brief an den Präsidenten der Bürgerschaft appelliert habe, so wollen auch die Ortsbeiräte des Nordwestens, dass der Streit um den Standort beigelegt wird. „Diese jahrelange Diskussion hat die dringend notwendige inhaltliche Arbeit an der Ausgestaltung des Museums gelähmt und so letztendlich dem maritimen Erbe geschadet.“ Ein geplanter Bürgerentscheid kann nach Ansicht der Beiräte auch keine Hilfe sein. Die für den Standortwechsel notwendigen Millionen Euro sollten, so schlagen die Beiräte vor, sinnvoller für die Modernisierung des Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum eingesetzt werden.

 

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