Nordkreuz bleibt ohne stilles Örtchen
Der Wirtschaftsausschuss der Hansestadt hat auf seiner gestrigen Sitzung über eine öffentliche Toilette am Nordkreuz, den Caravanplatz am Weidenweg sowie über Änderungen des Bebauungsplanes im Gebiet Friedrich-Franz-Bahnhof abgestimmt.
Die öffentliche Toilette am neuen Nordkreuz in Warnemünde wird wahrscheinlich nicht gebaut: Die Wirtschaftsausschuss hat die Errichtung am ÖPNV-Verknüpfungspunkt abgelehnt. Der Ortsbeirat Warnemünde hatte diesen Vorschlag eingebracht. Gründe für die Ablehnung sind Erfahrungswerte mit Toiletten an ähnlichen Punkten – sie würden so gut wie gar nicht frequentiert und verursachten nur Kosten für Wasser, Energie und Reinigung.

Karl-F.-Kerner-Straße, nach einem früheren Rostocker Hafenbaudirektor, heißt die neue Trasse am Nordkreuz. Allerdings bleibt der Verkehrsknoten wohl ohne öffentliche Toilette.Foto: Renate GundlachEine ähnliche Toilette an der S-Bahn-Haltestelle Parkstraße sei abgebaut worden, weil sie keine Einnahmen generierte. Auch der Änderungsantrag, das stille Örtchen als wartungsarme Trockentoilette zu gestalten, wurde abgelehnt. Auch hier hätten Erfahrungen wie die mit der Toilette am Strandparkplatz in der Parkstraße gezeigt, dass sich solche Orte schnell von der öffentlichen Toilette zum öffentlichen Ärgernis wandeln. Sollte sich ein Betreiber für die Anlage finden, könne noch einmal darüber abgestimmt werden. Das sei jedoch unwahrscheinlich.
Angenommen wurde der Beschluss über die Neugestaltung des Kirchenplatzes. Der Bürgerschaft soll dieser Beschluss zur endgültigen Zustimmung vorgelegt werden. Mit der Seestraße, dem Parkplatz auf dem Kirchenplatz und dem Kirchenplatz selbst soll ab Frühjahr 2013 bis zum Jahre 2015 das Zentrum von Warnemünde zu einem städtebaulich und touristisch attraktiven Quartiersplatz umgestaltet werden. Die Planungen über die 3,7 Millionen Euro teure Baumaßnahme sollen bis zum November 2012 abgeschlossen sein, sodass die Ausschreibung erfolgen kann.
Thema im Wirtschaftsausschuss war außerdem der geplante Wohnmobilplatz im Weidenweg auf der ehemaligen Deponie. Der Chef des Stadtplanungsamtes, Ralph Müller, legte dar, dass die 590 Garagen auf dem Gelände vor der Deponie stehenbleiben werden. Mindestens bis 2020 könne man den Bestandsschutz gewährleisten und im Bedarfsfall durch Beschluss der Bürgerschaft auch verlängern. Frühestens mit Beginn des Jahres 2021 könne man aber auch Baurecht für ein Gewerbegebiet schaffen. Falls es dafür Bedarf gäbe, würde man sich rechtzeitig mit dem Garagenverein einigen. "Bisher gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass am 1. Januar 2021 die erste Garage abgerissen würde", sagte Müller. "In Warnemünde sind andere Flächen zu entwickeln."
Auf der Deponie hinter dem Garagenkomplex könne durchaus ein Platz für Wohnmobile eingerichtet werden. Die Gutachten besagten, dass die Deponie, die bis 1976 bewirtschaftet und danach als illegaler Schuttplatz "weiterbetrieben" wurde, im Jahre 2005 fachgerecht verschlossen wurde. Auch diese Vorlage über das "Sondergebiet Wohnmobilplatz" wurde zum endgültigen Beschluss an die Bürgerschaft einstimmig verabschiedet.

Die geplante Verkehrsführung rund um den Friedrich-Franz-Bahnhof - ganz in rot (anklicken!) die mögliche Fläche des "Vollversorgers".Karte: Open Street Map/Grafik: Tom MaerckerZuletzt stand auch die Beschlussvorlage über eine Änderung im neuen Wohngebiet am Friedrich-Franz-Bahnhof in der Rostocker Innenstadt zur Diskussion: Ein Lebensmittelmarkt mit einem sogenannten "zentrumsnahen Sortiment" soll in der Bleicherstraße nahe der Brücke der Ernst-Barlach-Straße eröffnen, auf rund 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche. Über dem Markt lasse der Bebauungsplan ein mehrgeschossiges Parkhaus zu – vorausgesetzt, dass sich dafür ein Betreiber findet. Während der Auslegung der Pläne im Sommer hatte es kontroverse Diskussionen gegeben. Die Einwände betrafen den Verkehr, den dieser Markt in die Bleicherstraße ziehen würde. Allerdings fanden sich auch viele Befürworter eines Versorgers in diesem Bereich.
Eine weitere Änderung betrifft die Parkflächen in der Bahnhofstraße. Bisher hätte man zugelassen, dass eine öffentliche Fläche als dauerhafte PKW-Stellplätze genutzt würden, sagte Ralph Müller. Diese Flächen würden verkauft und könnten zu privaten Stellplätzen umgewidmet werden – die dann allerdings kostenpflichtig seien. Der Wirtschaftsausschuss stimmte der Vorlage zu, in der Bürgerschaftssitzung am 1. Februar fällt die endgültige Entscheidung.
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