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17.01.2016 - 17:26 | West | Stadtleben > Bildung  > "Study in Germany" feiert

Neustart in neuen Räumen

Drei Kursklassen sind es mittlerweile, in denen Studenten aus dem Ausland intensiv Deutsch lernen, damit sie ein Hochschulstudium beginnen können. Jetzt hat „Study in Germany“ neue Räume bezogen.

Der Maschinenbauingenieur Saad Wakin musste einen eher untypischen Weg gehen, um in Deutschland studieren zu können. Er kam nach einer gefährlichen Tour durch das Kriegsgebiet mit einem Kontingent von 5000 Syrern im Jahre 2014 per Flugzeug aus Beirut nach Deutschland. Seine Heimatstadt Latakia an der Küste des Mittelmeeres ist bis jetzt vom Krieg verschont geblieben, sie is natürlich voller Flüchtlinge und liegt im Gebiet der Regierungstruppen Assads. „Aber ich mache mir natürlich trotzdem Sorgen um meine Eltern und meinen Bruder“, sagt er. „Die Lage kann sich schnell ändern.“ Heute hat sich von seinem Praktikum im Aus- und Fortbildungszentrum im Fischereihafen frei genommen, um bei der Einweihungsfeier der neuen Räume von „Study in Germany“ Klavier spielen zu können.

Der Syrer Saad Wakin hat seine Kurse bei "study in germany" eigentlich schon hinter sich. Jetzt macht der Maschinenbauingenieur ein Praktikum und ist auf Arbeitssuche. Foto: Frank Schlößer

Der Syrer Saad Wakin hat seine Kurse bei „study in germany“ eigentlich schon hinter sich. Jetzt macht der Maschinenbauingenieur ein Praktikum und ist auf Arbeitssuche. Foto: Frank Schlößer

Anders geht es seinen Kommilitonen aus derzeit elf Ländern, die sich bei „Study in Germany“ auf ein Studium vorbereiten. „Wer sich aus dem Ausland bei uns meldet, wurde oft von der eigenen Universität auf uns aufmerksam gemacht“, erklärt Adnan Harb. „Wir haben inzwischen Beziehungen zu Universitäten auf sechs Kontinenten.“ Polen, Araber, Japaner, Inder, Ägypter und Ungarn sitzen an einem Tisch und lernen diese schwierige deutsche Sprache mit diesen verrückten Artikeln und den Substantiven, die man sich selbst zusammenbauen kann. „Wir sind aber nicht nur eine Sprachschule“, betont der Vorsitzende Abdallah Nassour. „Wir sind auch kompetent, wenn es darum geht, die erforderlichen Papiere zu besorgen, eine Unterkunft und bei der Vermittlung von Studienplätzen.“ Die Sprachschüler bei „Study in Germany“ finanzieren ihre Kurse und ihren Aufenthalt in Deutschland selbst. Natürlich bleibt es auch nicht mein Unterricht: Gemeinsame Ausflüge und Feiern gehören auch zu diesem Studentenleben selbstverständlich dazu. Doch nicht nur neue Räume in der Schweriner Straße 9, sondern auch neue Dozenten konnte „Study in Germany“ gewinnen. Auch für sie ist es jedesmal spannend zu sehen, wie sich die Studenten hier einleben, wie sie als sprachunkundige Fremde kommen und nach einem Jahr als gute Freunde ihr Studium beginnen. Über 300 Sprachstudenten hat „Study in Germany“ seit der Gründung im Jahre 2008 bereits zum Abschluss „Deutsch als Fremdsprache“ verholfen, außerdem engagieren sich die Dozenten auch im internationalen Schüleraustausch.

Dass in einer Universitätsstadt wie Rostock solche Angebote nötig sind, zeigt die wachsende Nachfrage. Noch vor 15 Jahren musste Petra Schmidkte auf dem Akademischen Auslandsamt Studenten nach Berlin oder Hamburg vermitteln, wenn sie vor dem Studium noch eine Sprachausbildung für den Abschluss „Deutsch als Fremdsprache“ brauchten. Viele dieser Sprachstudenten wechselten so auch die Universität.

Doch die deutschen Universitäten sind ohnehin nicht besonders international: Auf einer Liste mit den 200 Universitäten mit dem höchsten Anteil ausländischer Studenten, die das Magazin „Times Higher Education“ veröffentlicht hat, taucht die Freie Universität Berlin an Stelle 185 auf – und bleibt damit die einzige deutsche Universität in diesem Ranking.

„Wer bei uns des Kurs absolviert hat, der bleibt meistens auch zum Studium in Rostock“, sagt Adnan Harb. „Das Akademische Auslandsamt hat jetzt eine gute Adresse für Studenten, die in Rostock studieren wolle und den Sprachabschluss brauchen.“

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