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Die Sonne wärmte den Fahrern heute früh langsam den Rücken. Später kam der Regen., Foto: Olaf BellmannDie Sonne wärmte den Fahrern heute früh langsam den Rücken. Später kam der Regen.Foto: Olaf Bellmann

Die bisher schwerste Zoo-Tour

Erst auf der letzten Etappe wurde es deutlich: Die 12. Zootour war die bisher schwerste. Andauernder starker Regen, heftiger böiger Wind und die Berge zwischen Schwaan und Rostock machten die 300 Kilometer-Tour letztendlich doch zu einer To-rt-ur. Frank Schlößer fuhr im Zoo-Mobil mit – lesen Sie hier seinen Live-Ticker.

SONNTAG, 19. JUNI

+++16 Uhr+++ 

Das offizielle Geschafft-Foto der Zootour 2011 diesmal vor der Trotzenburg im Regen., Foto: Frank SchlößerDas offizielle Geschafft-Foto der Zootour 2011 diesmal vor der Trotzenburg im Regen.Foto: Frank SchlößerWir beenden den Ticker mit einem kurzen Fazit:
Die Zoo-Tour 2011 hat auch uns viel Spaß gemacht. Die Polizei sicherte die Straßen, sodass keine Ampel und keine  Autos das rund 100 Fahrer starke Feld zum Stehen bringen konnte. Nur einmal schloss sich eine Schranke vor dem Zoo-Mobil und zwang die Fahrer zu einem kurzen Stopp.  Runde 38000 Euro brachte die Tour für das Darwineum ein, finanziert wurde die Tour vom Startgeld der Fahrer, sodass die Sponsorenleistungen an den Zoo fließen konnten.
Wer 2012 mitfahren möchte, der sollte sich ein Rennrad anschaffen und runde 1000 Trainingskilometer absolvieren. Vielen Dank an alle. Start und Ziel der Zoo-Tour 2012 ist das Darwineum.

+++15.55 Uhr+++

Grandioser Empfang! We are the Champions! Stimmt!

+++15.50 Uhr+++

Rennbahnallee. Und noch mal richtig nass.
Satower Straße. Das riecht gut nach Bratwurst.

+++15.45 Uhr+++

Südring. Die Musik wird jetzt echt albern. Noch mal ist Konzentration gefragt.

+++15.40 Uhr+++

Stadtgrenze. Zoomobil-Fahrer Dietmar Noss meinte gerade, von hier bis zum Zoo, das würde er sich auch zutrauen…

+++15.10 Uhr+++

So. Schwaan. Und runde 15 Minuten Vorsprung. Der Wind ist stellenweise heftig, kommt aber meistens von hinten. Wieder Regen und schmale Straßen. Wir rechnen mit runden 45 Minuten bis zur Ankunft. Jetzt geht es über die Hügel. Nochmal eine harte Prüfung für die Fahrer, mit Regen und heftig böigem Wind.

+++14.25 Uhr+++

Noch mal zum Sturz: Die Verzögerung war eingetreten, weil sich beim Sturz an einem der beiden beteiligten Räder die Bremse verhakt hatte. Beide Fahrer sitzen wieder im Sattel, das Feld ist wieder beisammen. Um abwechslungsreiche Einstellungen vom Peloton zu bekommen, zeigen die Kameramänner höhen körperlichen Einsatz. Es regnet nicht!

+++14.10 Uhr+++

Kurz vor Güstrow wird ein Sturz gemeldet an einer Verkehrsinsel. Ein paar Sekunden später: nichts passiert, alles ohne Blessuren verlaufen. Nur muss jetzt bis Güstrow das Feld wieder zusammengeführt werden. Die Güstrower staunen, Olf klärt sie auf. Ein Schild zeigt noch 42 Kilometer bis Rostock. So langsam können sie an der Trotzenburg den Grill anschmeißen.

+++13.55 Uhr+++

Das Zoo-Mobil fährt voran, der Tross hinterher., Foto: Frank SchlößerDas Zoo-Mobil fährt voran, der Tross hinterher.Foto: Frank SchlößerInzwischen ist auch die letzte Rast in Charlottenhof vorüber, jetzt sind es noch 55 Kilometer bis zur Trotzenburg. Es gibt tatsächlich Fahrer, die stecken sich nach 250 Kilometern am Stück erstmal eine Kippe an. Sechs Mitarbeiter des Hauptsponsors Veolia sind noch zum Fahrerfeld gestoßen. Die Fahrer erwartet eine Regenetappe gegen den Kantenwind, die Jungs und Mädchen verweigern den Blick auf das Regenradar auf dem Handy: Das dicke blaue Band, das sich von Rostock in Richtung Osten schiebt, ist einfach zu deprimierend. Ein paar Steigungen liegen auch noch vor uns. Die Stimmung im Feld ist trotzdem gut: Wer bis jetzt im Sattel geblieben ist, der mobilisiert jetzt das Adrenalin, um bis Rostock zu kommen. Komisch: Plötzlich scheint wieder die Sonne. Olf macht wieder die Musik leiser, wegen der Wölfe: Wir sind am Natur- und Umweltpark Güstrow.

+++13.05 Uhr+++

Der Wind kommt von der Seite, es regnet nicht mehr. Trotzdem hat keiner der Fahrer mehr einen Blick für die reizvolle Landschaft: Wiesenhügel voller Kornblumen und Klatschmohn. Noch 15 Kilometer bis zur letzten Rast. Als ich anfing, diesen Eintrag zu schreiben, schien die Sonne. Jetzt regnet es wieder. Gleich sind wir in Krakow am See.

+++12.20 Uhr+++

Am Servicemobil des Bike-Marktes kann man sich ein paar Hübe aus der Luftpumpe abholen., Foto: Frank SchlößerAm Servicemobil des Bike-Marktes kann man sich ein paar Hübe aus der Luftpumpe abholen.Foto: Frank SchlößerDas sind wir wieder. Das sind keine Funklöcher, hier sind ganze Landstriche ohne Empfang. Jetzt regnet es endgültig, heftig und lange. Die Motorradbegleiter der Polizei bekommen per Funk das Angebot, sich unterzustellen, bis der Regen vorbei ist. Die Antwort: Wir bleiben lieber bei der Mannschaft. Wenigstens kommt der Wind von hinten. Selbst bei den Härtesten geht es jetzt an die Substanz. Die Musik ist schrill, reicht von Speed-Metal bis zum "Stern, der deinen Namen trägt". Jetzt läuft "Eye of the Tiger" von Survivor. Der richtige Mutmach-Soundtrack auf der Regenpiste.

+++11.40 Uhr+++

Jetzt kam doch ein Schauer runter, aber der dürfte auf dem Fahrerfeld verdampfen. Vor uns schließt sich die Schranke. Und geht nach einem Sekundenhalt wieder hoch. Und jetzt scheint die Sonne wieder.

+++11.20 Uhr+++

Hier die Sprint-Sieger: Erster wurde Tom Beyer, gefolgt von Stephan Böttcher und Joachim Lenschow. Der Pressetermin vor dem Müritzeum war nett, nebenbei konnten die Fahrer Nudeln mit Tomatensoße aus der Zebra-Gulaschkanone des Zoos essen. Die Sanitäter hatten bislang nur einen Wadenkrampf zu versorgen, keine Blessuren. Sie massieren eingerostete Schultern. Eine Husche kam in dieser Mittagspause auch runter, hörte aber rechtzeitig vor dem Start auf. Zwei Drittel der Strecke sind geschafft.

+++10.10 Uhr+++
Die Fahrzeuge, die uns entgegenkommen, haben noch Glück, die müssen nur ein paar Sekunden abwarten. ,Die Fahrzeuge, die uns entgegenkommen, haben noch Glück, die müssen nur ein paar Sekunden abwarten.Das Feld ist jetzt rund 35 Stundenkilometer schnell – ausgerechnet jetzt, wo alle ein bisschen bummeln sollen, bekommen wir Rückenwind und eine richtig gute Straße.
Am Straßenrand stehen Autos dicht an dicht. Auf dem Regenradar schleicht sich von Hamburg eine dicke Wolke an. Aber wenn die uns erst auf der letzten Etappe erwischt, geht es auch noch. Inzwischen kommt die Information, dass die Prominenz in Waren schon wartet. So müssen wir keinen zusätzlichen Stopp einlegen.

+++9.40 Uhr+++

Wirtschaftsminister Jürgen Seidel radelte mit der Zootour nach Waren rein., Foto: Olaf BellmannWirtschaftsminister Jürgen Seidel radelte mit der Zootour nach Waren rein.Foto: Olaf BellmannWir sind 20 Minuten zu schnell, wir müssen bummeln, damit der Pressetermin in Waren nicht platzt, weil wir zu früh da sind. Zu langsam ist aber auch gefährlich. Das Feld fährt aufeinander auf.
Vor dem Ortseingang Waren wollen aufs Rad steigen: Landeswirtschaftsminister Dr. Jürgen Seidel, der Warener Bürgermeister Günther Rhein, der Chef der Polizeiinspektion Güstrow, Edo Kuhlmann sowie der Geschäftsführer und die Marketingleiterin des Müritzeums, Thomas Kohler und Irene Hartwig.

+++9.20 Uhr+++

Jetzt hinter Dammbeck der Startschuss zum Sprint, endlich kann Dietmar Noss im Zoomobil mal Gas gben. Die Fahrer sind knappe 50 Stundenkilometer schnell auf den nächsten 3,5 Kilometern. Es geht schön geradeaus. Wer Sieger geworden ist, wird erst in Waren verkündet.

+++8.35 Uhr+++

Viele schöne Rücken… Das Fahrerfeld von hinten., Foto: Olaf BellmannViele schöne Rücken… Das Fahrerfeld von hinten.Foto: Olaf BellmannDer Verkehr nimmt zu, die Polizei hat mehr mit dem Absperren zu tun. Der Tross erntet nicht nur freundliches Winken und neugierige Blicke, sondern auch einige Piepvögel: Wer fährt denn hier früh um neun mit Lautsprechern auf dem Dach durch Wiesen und Wälder? Aber auch die ersten Jubler zeigen sich am Straßenrand.
Jemand hat sich genau nach dem Wetter erkundigt: Es sieht immer noch gut aus. Obwohl doch nichts als Regen angekündigt war, könnten die Radler durchaus trocken in Rostock ankommen. Eigentlich ideale Bedingungen: Sonnenschein bei leichter Bewölkung. Kaum Wind.
+++9.10 Uhr+++

Wr haben die A19 überquert, jetzt geht es schnurstracks in den Müritz-Nationalpark. Die Strecke ist jetzt viel befahren, aber die Autos warten höflich und Moderator Olf bedankt sich auch immer ganz nett.  

+++8.00 Uhr+++

Kritik am Buffet: Bei soviel gutem Essen hätte man keine Chance, ein paar Kilo abzuspecken., Foto: Frank SchlößerKritik am Buffet: Bei soviel gutem Essen hätte man keine Chance, ein paar Kilo abzuspecken.Foto: Frank SchlößerDas zweite Frühstück in Karow liegt hinter uns, jetzt geht es 63 Kilometer in Richtung Waren. Auf dieser Strecke findet auch der 3,5 Kilometer-Sprint statt – für die Profi-Radsportler, denen 300 Kilometer an einem Tag nicht reichen. Alle, die mitsprinten wollen, sammeln sich vor dem Feld, dann gibt es einen fliegenden Start. Inzwischen sitzen die ersten im Bus, manche von ihnen habe die Pausen-Etappe von vornherein eingeplant, manche haben mit alten Verletzungen zu kämpfen, die sich jetzt wieder melden. Ein Drittel der Strecke st geschafft und wir liegen acht Minuten vor dem Zeitplan des Tourmanagers Falk Petersen. Der freut sich immer, wenn er nach der Pause wieder den Startschuss geben darf.

+++6.10 Uhr+++

Ein Ausreißer war nach vorn gesprintet, um am Straßenrand in Sternberg seine Verwandten zu treffen. Ansonsten schläft auch Sternberg noch. Seit das Fairplay-Team wieder an der Spitze des Fahrerfeldes fährt, hat Dietmar Noss, genannt "Flossi", der am Steuer des Zoomobils sitzt, auch wieder den Überblick. Merkwürdig, wie viele Bahngleise man in MV finden kann, wenn man mal drauf achten muss.

+++6.50 Uhr+++

Jetzt geht es Richtung Dobbertin. Die Strecke ist malerisch, auf der Sagen- und Märchenstraße. Was aber auch heißt: ein Funkloch am anderen. Sodass sich der Tickerbetrieb unregelmäßig gestaltet. Das Filmteam braucht immer wieder Platz, um das vorüberfahrende Feld aufnehmen zu können. Sobald irgendwo am Horizont Pferde auftauchen, macht Olf Kewitsch, der Zootour-Moderator, die Musik aus.

+++6 Uhr+++

Maximilian Lau ist der Jüngste im Feld., Foto: Frank SchlößerMaximilian Lau ist der Jüngste im Feld.Foto: Frank SchlößerDie ersten 55 Kilometer und die erste Rast liegen hinter uns. Es ist wohl doch nicht ganz so gemütlich im Feld, wie es vom Auto aus aussieht: Auf den Höhen bläst Kantenwind von vorn rechts. Die nächste Rast kommt in 58 Kilometern, in Karow. Aber alle sind noch beieinander, auch Maximilian Lau, mit zwölf Jahren der jüngste Starter bei der diesjährigen Zootour.
Das Catering-Team überholt das Feld, so kommen die "Versorger" vor uns am nächsten Rastplatz an und können schon alles aufbauen.

+++5 Uhr+++

Wir fahren jetzt eine verträumte Strecke durch Neukloster. Die Sonne schickt ihre ersten Strahlen über den Horizont. Die kleine Straße ist aber auch schlechter, immer wieder Gleise, Löcher auf der Mittelinie und Unebenheiten. Die Polizei wirft sogar Äste von der Straße, damit sich niemand was tut. Eine besser betreute und abgesicherte Radsporttour findet sich wohl in ganz Deutschland nicht.
Gleich kommt die erste Pause, nur 15 Minuten, gerade genug Zeit für einen Happen Essen und einmal pinkeln.

+++4.15 Uhr+++

So sieht das Fahrerfeld durch das Rückfenster des Zoomobils aus., Foto: Frank SchlößerSo sieht das Fahrerfeld durch das Rückfenster des Zoomobils aus.Foto: Frank SchlößerDie erste Stunde ist vorüber und inzwischen ist es hell genug für die Radsportler. Die stille Landschaft um diese Zeit ist ein Naturerignis – wann fährt man schon mal früh um vier durch die Mecklenburgische Schweiz? Trotz der Musik hört man, wie die Vögel zwitschern. Durch das Funkgerät kommen allerhand Witzchen. Trotzdem sind alle vorsichtig und halten auch Ausschau nach dem Vieh auf der Weide. Vor zwei Jahren waren Pferde einmal längs durchs Feld galoppiert, wie durch ein Wunder kam niemand ernsthaft zu Schaden. Das muss man nicht noch einmal haben.

+++3.40 Uhr+++

Es sind genau 99 Fahrer im Feld, der Jüngste ist zwölf. Die cleveren Radler haben Stirnlampen auf, aber der Vollmond tut auch seinen Teil, damit alle die Straße sehen. Mit 22 Kilometern pro Stunde fahren wir nach Heiligenhagen rein, das Feld ist dicht beeinander. Die Musik ist leiser gedreht zu dieser nachtschlafenen Zeit. Den Fahrern nötigt die Dunkelheit höchste Konzentration ab.

+++3.10 Uhr+++

Pünktlich um drei: Falk Petersen, Tourmanager, gibt den Startschuss., Foto: Frank SchlößerPünktlich um drei: Falk Petersen, Tourmanager, gibt den Startschuss.Foto: Frank SchlößerPünktlich um drei fiel der Startschuss, das Feld fährt Richtung Satow aus der Stadt. Zuvor gab es im Marineamt in der Kopernikusstraße noch ein rustikales Frühstück. Die Fahrer decken sich mit Powerriegeln und Bananen ein, die Crew mit Zigaretten.
Gestern gab es im Regen-Prolog auch leichte Stürze auf den Gleisen, die im Fischereihafen auf der Straße liegen. Heute hoffen wir, dass wir dem Regen davonfahren.
In Kritzmow stehen Leute an der Straße, die aus der Disko gekommen sind. Wer hätte gedacht, dass wir um diese Zeit schon Publikum haben?

SONNABEND, 18. JUNI

+++18.05 Uhr+++

Der Prolog führte nur bis zum Fischereihafen und dann auf kürzestem Wege ins Quartier. Pitschnass.

+++17.30 Uhr+++

Auf den erstem Metern der Prologrunde durch die Stadt öffnet sich der Himmel: Unwetter, Starkregen, überschwemmte Straßen. Bis jetzt ist nicht klar, ob abgebrochen wurde.

+++15.10 Uhr+++

Die Sonne scheint, Männer und Frauen in den diesjährigen orangefarbenen Trikots sitzen beim Bier. Die Zootour-Band Skyline macht Sprüche und kramt Kim Wilde aus. Für morgen ist Regen angesagt und auch die Prologfahrt könnte schon nass werden, sagt das Regenradar.

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