März 2017 Tag zurueck 27.

20.02.2017 - 10:06 | West | Sport > Ballsport  > F.C. Hansa Rostock : Hallescher FC 1:0 (0:0)

Hoffmann holt Hansas Heimsieg

Das goldene Tor von Marcus Hoffmann beendet eine fast fünfmonatige Heimmisere des F.C. Hansa Rostock. Mit dem 1:0 (0:0) Sieg gegen den Hallschen FC wird auch der erste Punktedreier des neuen Jahres durch den Rostocker Drittligisten eingefahren.

In einer Partie, die vergebene Chancen auf beiden Seiten zur Genüge bot, es zeitweise spannend hoch und runter ging, stieg in der 79. Minute der Rostocker Abwehrrecke bei einem Freistoß von Stefan Wannenwetsch hoch und traf zur Führung für die Truppe von Christian Brand, die nicht mehr aus der Hand gegeben wurde.

Hansas Trainer konnte nicht auf den grippegeschwächten Marcel Ziemer zurückgreifen. Und auch für Timo Gebhart, der sich nach seiner Muskelverletzung wieder an alte Form herankämpft, kam die Partie noch zu früh. So stand dieselbe Anfangself auf dem Platz, wie in der Vorwoche beim unglücklichen Remis in Großaspach.

Letzter der Heimtabelle gegen Sechzehnter der inoffiziellen Auswärtstabelle, so lautete die erste Paarung im Ostseestadion – vor Zuschauern – in diesem Jahr. Die Südtribüne ist dabei zum ersten von fünf Heimspielen auf 2.000 Fans limitiert. Eine Auflage aus dem DFB-Urteil von Ende Dezember. Und Kontrahent Halle, in Lauerstellung auf den Aufstiegsrelegationsrang auf Position vier liegend, konnte mit einem Sieg Platz drei erklimmen. Doch daraus wurde nichts.

Der F.C. Hansa, der seit Ende September einen Heimerfolg herbeisehnt, übernimmt im ersten Spielabschnitt die Initiative im Ostseestadion. Zuerst scheitert Soufian Benyamina vor Fabian Bredlow in der achten Minute. Kurz darauf muss Halles Torhüter das Leder artistisch aus der Gefahrenzone bugsieren, als Hansas Spitze von rechts nach innen flankt. In der 10. Spielminute ist Bredlow erneut untern, um die flache Eingabe des rechts durchgestarteten Andrist abzufangen. Runde 20 Minuten dauert es, bis sich die Mannschaft von Trainer Rico Schmitt defensiv stabilisiert hat. Danach haben die Hallenser die Leckagen an ihrer linken Abwehrseite dicht.

Benjamin Pintol hat dann die erste bessere Chance für die Saalestädter. Sein Kopfball von links geht knapp drüber. (20.) Ein Schuss von Hansas Christopher Quiring aus dem Rückraum nach einem Freistoß wird von der vielbeinigen Abwehr der Gäste gestoppt (22.)  In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit wagt Hansa weniger, wirkt nun unentschlossener, geht vorsichtiger zu Werke. Royal-Dominique Fennells guter Abschluss nach 43. Minuten muss von Marcel Schuhen zur Ecke gelenkt werden.

Nach dem Wechsel muss sich Fabian Bredlow im Tor der Hallenser erneut richtig lang machen. Beim bisher planvollsten Angriff der Hausherren, der von links hinten durch Fabian Holthaus und Christopher Quiring initiiert worden war: Amaury Bischoff fast mit dem Führungstreffer. Aber nur fast. (52.) Der folgende Eckball birgt erneute Gefahr, der Kopfball von Dennis Erdmann wird gefangen.

In der 65. Minute vermag es Stephan Andrist nach brillantem Anspiel von Amaury Bischoff nicht, allein auf Bredlow zulaufend, das Leder am Hallschen Torwart vorbeizubringen, der noch einen Fuß ausfahren kann. Kurz darauf beschwört ein Freistoß Gefahr für den Kasten von Marcel Schuhen herauf. Der misslingt den Gästen. Gästekapitän Klaus Gjasula fordert im Nachschuss Marcel Schuhen. (70.) und auch Fabian Franke verfehlt das Rostocker Tor. Die dann folgende gute Eingabe von rechts außen durch Maximilian Ahlschwede (72.) von der Torlinie kann Andrist nicht verwerten. Wieder auf der Gegenseite jagt Klaus Gjasula seitlich im Fallen den Ball über das Schuhen-Gehäuse.

Die Erlösung – aus Rostocker Sicht – bringt ein Freistoß nach 78 Minuten durch den eingewechselten Stefan Wannenwetsch. Von rechts an der Strafraumecke kommt das Spielgerät und am langen Pfosten steigt Marcus Hofmann hoch, kann einnetzen. Diesen wertvollen Vorsprung lassen sich die Hanseaten nicht wieder nehmen. Auch die vierminütige Nachspielzeit bringt die Kogge nicht mehr aus ihrem Fahrwasser zum ersten Sieg 2017.

Hansa vergrößert mit dem dritten Heimsieg den Abstand zu den Abstiegsplätzen auf sechs Zähler und muss am kommenden Sonnabend zu Zweitligaabsteiger FSV Frankfurt. Die Hessen stehen nach drei Niederlagen in Folge und vier Punkte hinter Hansa dabei schon mächtig unter Druck.

KURZ & KNAPP

23. Spieltag Dritte Fußball-Liga 2016/2017

F.C. Hansa Rostock : Hallescher FC 1:0 (0:0)

Torschützen:
1:0 Marcus Hoffmann (79.)

Aufstellungen:
Hansa: Schuhen – Holthaus, Henn, Hoffmann, Ahlschwede – Grupe, Erdmann – Quiring (77. Gardawski), Bischoff (74. Wannenwetsch), Andrist – Benyamina (84. Väyrynen)

Halle: Bredlow – Baumgärtel, Franke, Kleineheismann (87. Aydemir), Schilk – Fennell, Gjasula – Röser (63. Diring), Pfeffer (84. Wallenborn), Ajani – Pintol

Schiedsrichter: Sören Storks (Velen)

Zuschauer: 10.300

KOMMENTAR

Sieg der besseren Argumente!

Schwer verdauliche Fußballkost hatte der FC Hansa in den ersten drei Punktspielen 2017 abgeliefert: Ein schales 0:0 gegen Regensburg, ein gallebitteres 1:3 in Münster, ein Remis in Großaspach, einzuordnen in die Rubrik „Nicht Fisch, nicht Fleisch“. Nur zwei Punkte, da dräute es schon unverhohlen in der Magengegend – Hansa präparierte sich für die Fastfood-Region der Liga. Feinschmeckerbissen wurden nicht serviert. Logisch, dass der Hunger der Hansafans stetig wuchs.

Der HFC kam da gerade recht. Die Hallenser kratzen am Tellerrand der Aufstiegsplätze. Möglicherweise dünkte ihnen, sie könnten in Rostock mit einem Sieg auf den Geschmack kommen und die Aufstiegs-Vision am Kochen halten. Doch Hansa verdarb ihnen alles. Mal abgesehen davon, dass die Halloren selbst kaum Zutaten für ein gepfeffertes Spiel lieferten, boten die Rostocker eindeutig die besseren Rezepte. Sie waren über weite Strecken der Partie heiß wie Frittenfett und würzten ihre Darbietungen mit guten und sehr guten Chancen. Gegen Halles Keeper Bredlow, einer der allerbesten Torhüter der 3. Liga, verwechselte Hansa zunächst zu oft die Temperaturen: Statt kühl zu agieren reagierten die Spieler zu überhitzt. Bredlow, kalt wie ein Sorbet, hielt alles!

Hoffmanns Kopfballtorpedo unter die Querlatte in der Machart „Friss oder stirb!“ brachte Hansas Spiel auf den Gar-Punkt. Und zwar zu einer Zeit als die ganze Chose drohte nur fade zu werden. Hansa bediente sich der Menage, brachte zum Pfeffer im Spiel auch das Tor als das „Salz in der Suppe“. Sein Engagement schmeckte nach Sieg, der Dreier war hochverdient. Mahlzeit!

ANDREAS GOLZ

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