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18.12.2015 - 15:37 | West | Kultur > Musik  > Weihnachtskonzert des Jugendmusikorchesters

Hohe Töne bis zur letzten Puste

Mehr als 800 Zuschauer in der OSPA-Arena erlebten am Sonntag das Weihnachtskonzert des Rostocker Jugendmusikkorps (JMK). Eine stimmige Performance, gehoben auf höchste Ansprüche. Alle Jahre wieder.

Birgitt Derer bediente noch nie das Klischee einer aufgeregten Orchesterleiterin, die kurz vor dem Auftritt noch vom Lampenfieber geschüttelt wird. „Diesmal hätte sie Grund gehabt“, verriet JMK-Vereinsvorstand Stefan Fricke. Ein personeller Aderlass aus vielerlei Gründen in diesem Jahr stellte das Orchester vor großen Herausforderungen. Bestanden – und wie! Das ist das Fazit eines großen Konzertnachmittags, in dem die jungen und jüngsten Talente aus dem Vollen schöpften. „Vielleicht das beste Konzert überhaupt“, sinnierte ein stolzer Stefan Fricke.

Weihnachts- oder Jahresabschlusskonzerte des JMK sind der illustrierte Abriss einer Ausbildung mit all ihren Facetten. „Höchste Ansprüche seit vielen Jahren“, versicherte Musiklehrer Jens Glävke. Da holt man sich dann eben nonchalant die Stücke aufs Notenpult und streut sie später klangtechnisch akkurat unter die Leute. Das Korps ist sich für nichts zu schade und riskiert alles bis zur letzten Puste. Filmmusiken mit den schweren Arrangements im Gefolge? Aber sicher! Bigband mit den kurzen Sentenzen im Repertoire? Spezialität! Eine romantische Beethoven-Schwärmerei? Warum nicht! Schließlich die Hommage auf den unvergessenen Udo Jürgens? Selbstverständlich!

Die Brüder Julian und Jonas Schmidt intonierten „Leise rieselt der Schnee“ erstmals vor großer Kulisse derart souverän als täten sie nie was anderes. „Guck sie Dir an“, hielt in der Pause Jens Glävke die vorbeieilende Jette Haubold auf. Die 13-Jährige ist im Orchester die erste Saxofonistin. So wird neben Können auch Selbstbewusstsein geschult. Was selbstredend auch für die Elevinnen des Jugendtanzstudios ARThus unter der Leitung der emsigen Christine Wittenbecher gilt. Seit Jahren verlässliche und das Niveau mitbestimmende Partner des JMK bei seinen Konzerten.

Das Korps hatte ein neues Horn gekauft. Möglich wurde dies, weil die Initiative „Frauenbande“ ein Benefiz-Diner organisierte und daraus exakt 5038 Euro akquirierte. „Wir unterstützen gern das Korps und seine Arbeit“, unterstrich Initiatorin Anne-Wiebke Willsch.

Franz Grubers „Stille Nacht“ beendete stilvoll das Weihnachtskonzert und schürte gleichzeitig die hohen Erwartungen auf das 25., das Jubiläumskonzert im nächsten Jahr am 11. Dezember.

ANDREAS GOLZ

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